
Pokémon Gold und Silver belohnen immer noch sorgfältige Sammler
Hebst du die Rückseite einer Game Boy Color-Ausgabe von Pokemon Gold ab, findest du das Bauteil, das entscheidet, ob die Cartridge einen Kauf wert ist: eine CR2025-Batterie, auf die Platine gelötet und seit 2000 still vor sich hin sterbend. Diese Batterie hat nicht nur dein Spiel gespeichert. Sie trieb die interne Uhr an, die dafür sorgte, dass in der Morgendämmerung Bellsprout auftauchte und nachts Hoothoot. Wenn sie ausfällt, lässt sich das Spiel noch spielen, aber ein Teil dessen, was diese Module besonders machte, verschwindet mit ihr.
Warum der 1999er-Nachfolger das Original immer noch übertrifft
Gold und Silver erschienen Ende 1999 in Japan und erreichten die PAL-Gebiete 2001, liefen auf derselben Game Boy Color-Hardware, die Pokemon zwei Jahre zuvor zur globalen Angewohnheit gemacht hatte. Game Freak wagte etwas Ambitioniertes mit begrenztem ROM-Platz: zwei vollständige Regionen. Du besiegst Johto, steigst dann in einen Zug nach Kanto und spielst die Arenen aus Red und Blue noch einmal, bis hin zu einem Kampf gegen Red selbst auf dem Mt. Silver.
Das Tag-/Nachtsystem, die 100 neuen Spezies, die Einführung von Zucht und getragenen Items, der Shiny-Mechanismus, der ein rotes Gyarados zu einem erzählerischen Moment statt zu einem Gerücht machte. Dies ist der Eintrag, der die Vorlage setzte, die jede spätere Generation kopierte. Deshalb behalten verpackte Exemplare ihren Reiz bei Sammlern, die damit aufgewachsen sind und jetzt über verfügbares Einkommen verfügen.
Die Varianten, die du vor dem Kauf kennen solltest
Die Unterscheidung der Versionen ist hier wichtiger als bei den meisten Game Boy-Titeln, weil die regionalen und Neuauflagen-Unterschiede den Preis beeinflussen.
- PAL Gold und Silver – die Versionen, die die meisten europäischen Sammler wollen, mit den markanten, foliebedachten Kartons, die leicht eingedrückt und zerkratzt werden.
- NTSC (Nordamerika)-Ausgaben, in ähnlicher Knappheit, aber mit anderen Box-Art-Verhältnissen und Alterskennzeichen.
- Japanische Module – lose günstiger, und die japanische Crystal-Version wurde mit einem Mobile Game Boy Adapter-Tie-in ausgeliefert, das nie außerhalb Japans erschien.
- Pokemon Crystal (2001 PAL) – die erweiterte dritte Version mit animierten Sprites und dem Battle Tower. Sie verkaufte sich in geringeren Stückzahlen als Gold und Silver, daher erzielt eine komplette, verpackte Crystal einen echten Aufschlag gegenüber ihren Geschwistern.
Lose Module sind häufig und günstig. Das Geld steckt in CIB-Exemplaren mit Box, dem aufklappbaren Poster‑Manual und der intakten Innenblende, und es steigt steil für alles Versiegelte oder PSA/WATA-gegradete.
Die Zustandsfallen, die Käufer erwischen
Die Batterie ist die große Falle. Eine leere Batterie bedeutet keine Echtzeituhr, also stoppen zeitabhängige Ereignisse und ältere Spielstände können verloren gehen. Es ist ein reparierbarer Job für jeden, der mit einem Lötkolben und einer geregelten CR2025 umgehen kann, aber es ist ein Verhandlungspunkt, keine Fußnote. Frag den Verkäufer, ob das Spiel die Zeit hält, nicht nur, ob es speichert.
Dann gibt es das Fälschungsproblem, das für Gen 2 schlimmer ist als für fast jede andere Game Boy-Reihe. Repro-Module von Gold, Silver und Crystal fluten den Markt. Anzeichen, die du prüfen solltest:
- Der Labeldruck – echte Etiketten haben scharfe Passgenauigkeit und ein leicht strukturiertes Finish; Repros wirken oft glänzend oder leicht unscharf.
- Fotos der Platine – lass dir die PCB zeigen. Eine echte Nintendo-Platine hat saubere Lötarbeiten und einen echten Sharp- oder Nintendo-gekennzeichneten Save-Chip.
- Das in die Kunststoffhülle eingeformte Nintendo-Siegel und die korrekte dreieckige Sicherheitsbit-Schraube auf der Rückseite.
- Gewicht und Gehäusefarbe – Gold-Module sind durchscheinend goldgetöntes Plastik, Silver durchscheinend grau. Solide schwarze Gehäuse sind ein Warnzeichen.
Bei verpackten Exemplaren achte auf das Abheben der Folie an den Box-Ecken und Preisaufkleber, die die Karte beim Entfernen einreißen. Manuals wellen sich, wenn sie feucht gelagert wurden, und das aufklappbare Artwork lässt sich leicht knicken. Eine Box, die in einer kleinen Vorschau sauber aussieht, kann mit einem weichen, regalabgenutzten Rücken ankommen, also bitte immer Fotos aller sechs Seiten verlangen.
Wo der Markt steht und wo man suchen sollte
Lose authentische Module bleiben eine der erschwinglicheren Möglichkeiten, ernsthaftes Pokemon-Sammeln zu beginnen. Versiegelte und gegradete Exemplare haben dem gleichen steilen Aufwärtstrend wie der restliche WATA‑Ära-Nintendo‑Markt gefolgt, was bedeutet, dass sich Authentifizierung auszahlt, sobald du über Taschengeldpreise hinaus bist. Wenn du eine gegradete Ausgabe möchtest, kauf die Note von einem seriösen Slab, nicht nur vom Wort des Verkäufers.
Für PAL-Cartridges und verpackte Sets lohnt es sich, die dänischen Retro‑Spezialisten auf Golisto im Auge zu behalten – Verkäufer wie DKretro.dk und DSKongen.dk haben regelmäßig Game Boy‑Bestände, und der Kauf bei einem namentlich bekannten Händler ist besser als das Glücksspiel auf eine anonyme Anzeige mit einem unscharfen Foto.
Mein ehrlicher Rat: Überspring den Versiegelungs‑Hype und such dir eine saubere CIB‑Crystal mit einer Batterie, die noch tickt. Es ist die am besten spielbare Version, sie ist seltener als Gold oder Silver, und eine funktionierende Uhr ist das Nächstbeste daran, es so zu spielen, wie es 2001 beabsichtigt war. Wie ist der Zustand der Batterie in deiner Ausgabe – hält sie noch die Zeit, oder ist sie längst tot?


