Verpacktes Vintage-Sammlerstück in Originalverpackung

Warum FPGA-Konsolen stillschweigend den Retro-Markt erobern

Fragt irgendjemanden, der letztes Jahr versucht hat, eine originale Super Nintendo zu kaufen, und er wird euch dasselbe sagen: Eine anständige Konsole in der OVP ist nicht mehr der beiläufige Kauf wie vor fünf Jahren. Lose Konsolen tauchen noch günstig auf, aber saubere Exemplare mit den richtigen Kabeln und einer funktionierenden RGB-fähigen Platine sind stetig teurer geworden. Und hier ist die Sache, die Sammler jetzt erst laut zugeben – ein wachsender Teil der Spieler verfolgt die originale Hardware inzwischen überhaupt nicht mehr.

Der Grund steht jetzt in vielen Regalen: FPGA-Geräte. Keine Emulationskästen, die Software auf einem kleinen ARM-Chip laufen lassen, sondern field-programmable gate arrays, die so konfiguriert sind, dass sie sich wie der tatsächliche Siliziumchip einer SNES, eines Genesis oder einer Neo Geo verhalten. Der Unterschied ist wichtig, und der Markt behandelt ihn endlich entsprechend.

Was FPGA für Spieler wirklich verändert

Emulation nähert sich einer Konsole in Software an. Ein FPGA konfiguriert sich selbst in eine hardwarenahe Nachbildung der Originalchips, was nahezu null Eingabeverzögerung, genaue Timing-Werte und Cartridge-Kompatibilität bedeutet, bei der Softwareemulatoren bei Randfällen noch stolpern. Wenn euch jemals eine Tonhöhenschwankung oder ein Spiel, das auf einem billigen Plug-and-Play einen Tick zu schnell läuft, aufgefallen ist, dann ist das die Lücke, die FPGA schließt.

Zwei Kräfte treiben das an. Im Premium-Bereich sind Analogue-Geräte – die Super Nt, die Mega Sg, die Pocket – bei Veröffentlichung ausverkauft und erzielen beim Wiederverkauf gute Preise. Im Open-Source-Bereich läuft das MiSTer-Projekt auf einer Terasic DE10-Nano-Dev-Board und von der Community geschriebenen Cores, und deckt inzwischen ein absurdes Spektrum an Systemen ab, von der Arcade-JAMMA-Ära bis zu 16-Bit-Heimkonsolen.

  • Genauigkeit: Cores werden von Entwicklern aktualisiert, die das reale Hardware-Verhalten rückentwickeln, nicht raten.
  • Kompatibilität: die meisten nehmen echte Cartridges oder genaue ROM-Sets an, und viele unterstützen originale Controller.
  • Ausgabe: ordentliches HDMI mit Scanline- und CRT-Simulationsoptionen, sodass ihr euch nicht mit dem Scaler eines modernen Fernsehers herumärgern müsst.

Warum das den Druck von originaler Hardware nimmt

Hier kommt der kontraintuitive Teil. Man würde denken, dass die Popularität von FPGA die Preise für Vintage-Konsolen in den Keller drücken würde. Das ist nicht passiert – zumindest nicht gleichmäßig. Was es bewirkt hat, ist eine Aufspaltung der Käuferschaft. Spieler, die einfach nur Mega Man X auf einem großen Bildschirm ohne Verzögerung spielen wollen, sind zunehmend mit einer FPGA-Lösung zufrieden, was die Nachfrage nach ramponierten losen Konsolen abkühlt.

Unterdessen sind Sammler, die nach versiegelten und kompletten OVP-Stücken suchen, ein ganz eigener Markt, und dieser Bereich klettert weiterhin. Das Ergebnis ist eine wachsende Kluft zwischen „funktionalem Retro“ und „sammelwürdigem Retro“. Eine vergilbte lose PAL-SNES und eine makellose, in der OVP befindliche NTSC-J Super Famicom konkurrieren nicht mehr wirklich um dasselbe Budget.

Das spiegelt wider, was in der breiteren Welt der Vintage-Sammelobjekte passiert ist, wo Ausstellungsstücke und Spielgeräte auseinandergegangen sind. Es ist derselbe Instinkt, der dafür sorgt, dass eingeschweißte 90er-Spielzeuge wie das Kenner Batman: The Animated Series Hover Bat einen Aufpreis gegenüber losen Exemplaren erzielt – Zustand und Vollständigkeit sind das ganze Spiel, sobald die Funktion anderswo gelöst ist.

Worauf man in den nächsten Jahren achten sollte

Für MiSTer erscheinen ständig neue Cores, und jeder, der ein zuvor schwieriges System abdeckt, schmälert das Argument, originale, verschleißende Hardware nur zum Spielen zu kaufen. Die Sega Saturn- und PlayStation-Ära-Cores sind jetzt die Grenze, und Fortschritte dort werden uns viel sagen. Genau diese 32-Bit- und scheibenbasierten Systeme altern am schlechtesten – sterbende Laser-Baugruppen, auslaufende Kondensatoren, Laufwerke, die nie dafür gebaut wurden, dreißig Jahre durchzuhalten.

Also die praktischen Fragen, die sich lohnen, bevor ihr Geld ausgebt:

  • Wollt ihr das Objekt oder das Erlebnis? Seid ehrlich, denn diese Antwort entscheidet über alles.
  • Ist die Spielbibliothek, die euch wichtig ist, gut durch einen existierenden, genauen Core abgedeckt?
  • Wenn ihr originale Hardware zum Spielen kauft, habt ihr ein Budget für ein Recap und eine Reinigung eingeplant, nicht nur für den Angebotspreis?

Meine Einschätzung: FPGA hat den Sammlermarkt nicht getötet und wird es auch nicht tun. Was es bewirkt hat, ist, Romantiker von Spielern zu trennen, und das ist für beide gesund. Die Person, die ein Regal voller verpackter Carts hinter Glas will, und die Person, die an einem Sonntagnachmittag fehlerfreies Contra III spielen will, waren nie wirklich derselbe Käufer – sie mussten früher nur im gleichen Gang einkaufen.

Der interessante Kampf kommt im Mittelfeld: jene funktionalen, aber nicht makellosen Konsolen, die früher der Standard-Einstiegspunkt waren. Wenn FPGA sich weiter verbessert, wer kauft in drei Jahren noch eine verkratzte lose Konsole zu einem Aufpreis? Ich habe meine Vermutung. Wie ist deine?