PlayStation 1

Wie man eine PS1-Disc vor dem Kauf oder Verkauf bewertet

Halten Sie die Disc unter eine Lampe und kippen Sie sie. Wenn die Unterseite dieses tiefe, rauchige Schwarz leuchtet, halten Sie das Original in der Hand – Sony gepresste originale PlayStation-Discs mit schwarz getöntem Polycarbonat auf der Leseseite, und fast dreißig Jahre später ist das noch die schnellste Authentifizierungsprüfung im Retro-Sammeln. Wenn sie silbern ist, legen Sie sie weg.

Alles andere beim Bewerten einer PS1-Kopie läuft auf zwei ehrliche Fragen hinaus: Spielt sie noch, und ist sie tatsächlich vollständig? Verkäufer verwischen beides ständig. So behalten Sie den Überblick.

Die schwarze Unterseite ist ein eingebauter Lügendetektor

Niemand hat jemals vollständig geklärt, warum Sony die Discs getönt hat – die Theorien reichen von Anti-Piraterie-Theater bis zu reinem Branding – aber für Sammler ist der Effekt ein Geschenk. Eine echte PAL- oder NTSC-Pressung hat diese unverwechselbare schwarze Datenseite. Eine silberne Unterseite bei einem vermeintlichen Original bedeutet, dass Sie eine gebrannte CD-R mit Verkleidung vor sich haben.

Raubkopien verraten sich auch oben. Der Aufdruck ist der Hinweis: leicht verschwommene Schrift, ausgewaschene Farben, Artwork, das aussieht, als wäre es von einer anderen Disc gescannt worden – weil es das ist. Originale tragen außerdem geformte Codes und Stempel um den inneren Nabenkreis; Piratenpressungen sind dort meist kahl oder unsinnig. Ein PAL-Klassiker wie Tomb Raider sollte so scharf aussehen, dass Sie den kleinsten Rechtstext auf der Fläche ohne Zusammenkneifen der Augen lesen können.

Schrammen poliert man weg, Kerben sind ein Glücksspiel, Oberflächenschäden töten

Hier kommt der kontraintuitive Teil: die glänzende Seite ist die robuste Seite. Der Laser liest die Daten durch die volle Dicke des Plastiks, daher stören leichte Oberflächenschrammen – Haarrisse, die das Licht einfangen, aber nicht Ihre Fingernagel – die Lesbarkeit meist überhaupt nicht. Sie lassen sich maschinell polieren, und sie sollten nur den Preis leicht drücken, nicht die Spielbarkeit.

Tiefe Kerben auf der Leseseite sind ein anderes Kaliber. Wenn Ihr Nagel in einer Furche hängen bleibt, erwarten Sie springende FMV, stockende Audioausgabe in Spielen wie Wipeout 2097, die stark auf gestreamte CD-Musik setzen, und Ladebildschirme, die ewig hängen. Nachbearbeitung kann einige dieser Discs retten, aber es ist ein Glücksspiel, und jeder Durchgang entfernt Plastik, das Sie nicht zurückbekommen.

Der Killer ist die Seite, die niemand prüft: Beschädigung der Oberflächenschicht. Bei einer CD liegt die Datenschicht direkt unter dem Aufkleber, geschützt von einem hauchdünnen Lackfilm. Wenn Sie diesen zerkratzen, haben Sie die Daten selbst abgeblättert – kein Polieren der Welt bringt sie zurück. Halten Sie die Disc an eine helle Lampe und schauen Sie nach Lichtpunkten, die durch das Schwarz hindurchscheinen. Schon ein einziger, und die Disc ist endgültig unbrauchbar.

Vollständig bedeutet das Papier, nicht nur das Plastik

Eine wirklich vollständige PS1-Kopie braucht vier Dinge:

  • Die Disc – offensichtlich mit schwarzem Boden
  • Das Jewel-Case mit intaktem Tray
  • Das Manual, dieses geheftete Büchlein, das in die Vorderseite geklemmt ist
  • Das Rückinlay sowie alle Beilagen: Garantie-/Registrierungskarten, Demo-Werbung, Poster-Einlagen

Nun die Unterscheidung, die sorgfältige Bewerter von Optimisten trennt: gerissene Jewel-Cases sind egal, fehlende Inlays nicht. Das Jewel-Case ist generischer, massengefertigter Kunststoff – ein gerissenes tauschen Sie in zehn Sekunden für ein paar Cent aus. Das Rückinlay ist ein gedrucktes Original mit dem Spine-Artwork, und niemand druckt mehr davon nach. Gleiches gilt für das Manual. Eine Kopie ohne Inlay ist dauerhaft unvollständig, egal wie makellos die Disc ist, weshalb ehrliche Angebote genau aufführen, was enthalten ist – so wie dieses dänische Disney's Tarzan mit seinem Manual es tut.

Was dem Spiel schadet versus was dem Geldbeutel schadet

Führen Sie beim Bewerten zwei getrennte Konten:

  • Leichte Schrammen – spielt einwandfrei, kleine Preiskürzung
  • Tiefe Leseseitenkerben – Spielbarkeit gefährdet, Preis fällt stark
  • Abblättern der Oberflächenschicht – tote Disc, nahezu null Wert
  • Fehlendes Manual oder Inlay – spielt perfekt, Sammlerwert stürzt ab
  • Gerissenes Case – schadet weder; ersetzen und weiter

Mehrfach-Disc-PAL-Veröffentlichungen erhöhen den Einsatz noch: ein dickes Jewel-Case mit jeder Disc, Heft und Einlage ist wirklich schwerer zu finden als jede einzelne saubere Disc.

Also hier die Schlussfolgerung: Bewerten Sie das Papier genauso streng wie das Plastik. Eine verkratzte Disc in einem vollständigen Case ist eine gute Kopie, die einen schlechten Tag hat. Eine makellose Disc, die in einem gerissenen Gehäuse ohne Inlay klappert, ist einfach nur eine Disc. Was ist die härteste „Mint Condition“-Kopie, die jemals in Ihrem Briefkasten gelandet ist?